Sehenswürdigkeiten

9. Sehenswürdigkeiten   A. Èglise Forteresse Die Wehrkirche, von deren Dach man einen herrlichen Ausblick über die Stadt und ihre Umgebung hat, wurde im 11. und 12. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Kapelle errichtet. 1448 entdeckte man die angeblichen Reliquien der beiden Heiligen Maria Jacobäa und Maria Salome (siehe Geschichte). Diese wurden in Anwesenheit von König René und zahlreicher Bischöfe feierlich in einen Doppelschrein aus Zypressenholz gebettet und werden bis heute in der Turmkapelle über dem Hauptaltar aufbewahrt, Saras angebliche Gebeine ruhen in der Krypta. Zu diesem Zeitpunkt war die Kirche schon seit drei Jahrhunderten ein Etappeziel für Wallfahrer auf dem Weg ins spanische Santiago de Compostela gewesen. Nach dem Reliquienfund wurde Saintes-Maries-de-la-Mer selbst zu einem Wallfahrtsort. Der 25. Mai ist den Heiligen des Dorfes gewidmet: An diesem Tag werden die Statuen der beiden Marien in einer feierlichen Prozession zum Meer getragen. Bereits am Vortag wird dasselbe mit einer Statue der heiligen Sara zelebriert, die ja die Schutzpatronin der Roma und Sinti ist. Diese „Fête des Gitans“ oder „Zigeunerwallfahrt“ ist ein Großereignis mit Volksfestcharakter und dem Flair eines Flamenco-Festivals. B. Musée Baroncelli Das Museum in dem 1876 erbauten Rathaus ist Marquis Folco de Baroncelli-Javon (1869-1943) gewidmet, der sich als Spross einer seit dem 15. Jahrhundert in Avignon ansässigen Florentiner Adelsfamilie in Saintes-Maries-de-la-Mer niederließ und eine Manade (Ranch) erwarb. Er machte sich nicht nur um die Stierzucht und den unblutigen Stierkampf verdient, sondern hatte auch eine ausgeprägte soziale Ader. Unter anderem erwirkte er die Erlaubnis der Kirche für die öffentliche Huldigung der heiligen Sara durch die Roma und Sinti. Das Museum zeigt bedeutende Exponate aus Flora, Fauna und Kultur der Camargue sowie aus der Geschichte von Saintes-Maries-de-la-Mer.  Öffnungszeiten: 10-12 und 14-18 Uhr; von April bis September täglich geöffnet, sonst dienstags geschlossen.  C. Stiere und Pferde In der Arena von Saintes-Maries-de-la-Mer sieht man Stierkämpfe, wie sie in ganz Südfrankreich populär sind (Course camarguaise). Im Unterschied zur spanischen Corrida ist es nicht das Ziel eines Stierkämpfers, das Tier zu erlegen, sondern mehrere Stierkämpfer versuchen, an den Hörner des Stieres befestigte Bänder zu erhaschen. Bester Stierkämpfer ist, wer die meisten Bänder einsammelt. Der Stier bleibt unverletzt und kann immer wieder auftreten. Die Stiere der Camargue sind zierlicher als in Spanien, wodurch sie aber flinker und wendiger sind! Die „Manades“, also die Ranches, auf denen die Stiere gezüchtet werden, kann man besichtigen und sich dort auch verköstigen lassen (siehe Links). Am 20. Juni und rund um den 14. Juli ist das Städtchen ein Zentrum des Stierkampfes und der Reitkunst, wenn die Stierkämpfe „Corridas Réjon d’Or“ und „Centaure d’Or“ mit berittenen Stierkämpfern stattfinden. Auch am 15. August wird Saintes-Maries-de-la-Mer zum Treffpunkt verschiedener Varianten des Stierkampfs. Am 11. November wiederum lockt der „Abrivado“ über 1000 Pferde und Reiter aus der ganzen Provence an die Strände von Saintes-Maries-de-la-Mer, um dort ein riesiges Fest zu feiern.  D. Naturschutzgebiet Camargue Die Camargue ist eine unvergleichliche Naturlandschaft zwischen der Grand Rhône (Großen Rhône) und Petit Rhône (Kleinen Rhône). Mit einer Fläche von 930 Quadratkilometern ist die Region das größte Flussdelta Europas. Das Naturschutzgebiet ist mit seinen zahlreichen Étangs (flachen Seen) die Heimat von 400 Vogelarten, darunter sogar wild lebenden Flamingos. Eine besondere Attraktion sind die frei lebenden weißen Wildpferde sowie die für die Stierkampfarenen gezüchteten Stiere. Durch das östlich von Saintes-Maries-de-la-Mer gelegene Naturschutzgebiet führt ein rund sieben Kilometer langer Fußweg ins benachbarte Salin-de-Giraud.  E. Strandleben Da Saintes-Maries-de-la-Mer über einen kilometerlangen Strand am Mittelmeer verfügt, ist das Städtchen natürlich auch ein Paradies für alle Arten des Wassersports. Dank des angenehmen Klimas und der milden Wassertemperaturen gibt es eine lange Badesaison, in der Sonnenanbeter ebenso auf ihre Kosten kommen wie FKK-Anhänger.  F. Für weitere Freizeitaktivitäten siehe: Links